Fachexkursion des Waldbauvereins in das Revier Rettersen-Weyerbusch

Fachexkursion des Waldbauvereins Altenkirchen in das Revier Rettersen-Weyerbusch des Forstamtes Altenkirchen findet großen Zuspruch bei den Mitgliedern.

Die Fichte gilt als „Brotbaum“ der deutschen Forstwirtschaft. Rasches, geradschaftiges Wachstum und eine vielseitige Verwertbarkeit machen sie zu einer gefragten Holzart. Dies, in Verbindung mit guten Holzpreisen, macht sie zum wirtschaftlichen Rückgrat vieler Forstbetriebe und auch der Privatwaldbesitzer mit kleiner Anbaufläche freut sich über die Erlöse beim Holzverkauf.

Ein oftmals ausgeprägtes flaches Wurzelsystem, hoher Wasserbedarf und große Anfälligkeit für Forstschädlinge (Borkenkäfer) machen ihren Anbau außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes (Alpen, Hochlagen der östlichen und südlichen Mittelgebirge) von jeher riskant. Durch den sich abzeichnenden Klimawandel werden diese Risiken weiter zunehmen, sodass Waldbesitzer zum Umdenken gezwungen sind.

Wie ein klimaangepasster Waldbau mit Fichte aussehen könnte, hat in einem vielbeachteten Vortrag Dr. Jens Borchers, der Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Forstbetriebes, Donaueschingen im Jahr 2013 den Mitgliedern des Waldbauvereins dargestellt. Kurz zusammengefasst lässt sich dies wie folgt beschreiben: Intensive Pflegeeingriffe zur Förderung des Kronen- und Wurzelwachstums sollen die Einzelbaumstabilität fördern und das Wachstumspotenzial ausnutzen. Der betriebswirtschaftlich optimale Durchmesser der Bäume wird damit früher erreicht und die Nutzung kann bereits erfolgen, bevor im Hinblick auf das Sturmwurfrisiko zu große Baumhöhen erreicht werden. Die nachfolgende Generation wird durch Naturverjüngung angestrebt. Mischbaumarten werden mitberücksichtigt.

Wie die zukunftsfähige Fichtenbewirtschaftung unter heimischen Bedingungen gelingen soll, wollten die Teilnehmer der Fachexkursion im Revier Rettersen-Weyerbusch des Forstamtes Altenkirchen herausfinden. Der Einladung des Waldbauvereins Altenkirchen waren fast 100 Teilnehmer gefolgt. Unter fachlicher Führung von Forstamtsleiter Franz Kick und des örtlichen Revierleiters Jürgen Römer wurden verschiedene Waldbilder unterschiedlicher Entwicklungsstadien besichtigt, die reichlich Gelegenheit zur Anschauung und Diskussion boten. Noch beim anschießenden gemeinsamen Mittagessen sorgten die Eindrücke aus dem Fichtenwald für angeregte Gespräche.