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Mitgliederversammlung 2013

Multitalent Holz stärkt Hoffnungen des Waldbesitzes

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung konnte der Vorsitzende des Waldbauvereins Altenkirchen Friedrich Frhr. von Hövel wiederum zahlreiche Mitglieder und Gäste im Bürgerhaus Nauroth willkommen heißen.

In seiner Eröffnung begrüßte er ausdrücklich die Entscheidung der Landesregierung, durch Erweiterung des Einstellungskorridors beim Forstpersonal für Nachhaltigkeit in der forstlichen Betreuung zu sorgen. Ebenso befürwortete er die neue Jagdzeitenverordnung, die zu einer weiteren Steigerung effizienter Jagd beitrage. Kritisch äußerte er sich zu möglichen Auswirkungen von Regelungen aus FFH bzw. Natura 2000 Schutzgebietsausweisungen. Auch mahnte er an, dass bei der anstehenden Novellierung des Naturschutzgesetzes die Interessen der Waldbesitzer ausreichend berücksichtigt werden müssten.
Den Forstbetrieben müssten im Zuge der Energiewende durch den Ausbau der Windenergie und die Duldung von Energietrassen stärkere wirtschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten geboten werden.
Darüber hinaus böte auch die stärkere energetische Nutzung von Holz interessante Chancen für den Waldbesitz, die es zu untersuchen gelte.

In einem Grußwort betonte der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer RLP, Herr Heribert Metternich, die Verbundenheit von Land- und Forstwirten. Er freute sich über die zunehmende Wertschätzung nachhaltig erzeugter Rohstoffe und bat um ein enges Zusammenstehen der Landnutzer bei Änderung gesetzlicher Vorschriften (Vermögenssteuer, Jagdgesetz) an.

Über die geschäftlichen Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtete anschließend der Geschäftsführer Alois Hans.
Die zunehmende Aufgabenfülle hat dazu geführt, dass die Geschäftsstelle des Waldbauvereins durch Frau Carmen Eckardt personell verstärkt wurde. Hans bot allen Mitgliedern an, Rat und Unterstützung durch die Geschäftsstelle in Anspruch zu nehmen und stellte eine Erweiterung des bisherigen Dienstleistungsangebotes in Aussicht.

Ende 2011 hat der Waldbauverein Altenkirchen zusammen mit mehreren Haubergsgenossenschaften als Gesellschafter die Holzvermarktungsgesellschaft Westerwald Sieg GmbH Forstwirtschaftliche Vereinigung (HWS) gegründet und damit die Holzvermarktung für seine Mitglieder in die eigene Hand genommen. In seinem Vorwort ging Frhr. von Hövel auf die Entstehungsgeschichte der HWS ein, dankte allen Beteiligten für die bisher geleistete Arbeit und konnte das erfreuliche Fazit ziehen, dass der Start ohne größere Anlaufschwierigkeiten gelungen sei. Er appellierte an alle noch nicht beteiligten Waldbesitzer, sich der neuen Vermarktungsmöglichkeit anzuschließen und die derzeit guten Vermarktungsmöglichkeiten zu nutzen.
Anschließend stellte Herr Hans, der auch Geschäftsführer der HWS ist, die Ergebnisse des ersten Jahres der eigenständigen Holzvermarktung vor. Die Geschäftszahlen sind positiv, die Zusammenarbeit mit Landesforsten klappt weitgehend reibungslos, Verbesserungspotential besteht gleichwohl erheblich. So wünscht sich Hans eine größere Beteiligung am Holzverkauf über die HWS. Viele Mitglieder stehen dieser neuen Möglichkeit noch skeptisch und abwartend gegenüber. Sachliche Gründe gibt es hierfür nun nicht mehr. Finanzielle Erwägungen, die durch die Konkurrenzsituation der günstigen Vermarktungskonditionen von Landesforsten bisher bestanden, werden durch eine neue Gebührenordnung demnächst entfallen. Er bittet die nachhaltig nutzbaren Holzmengen auch einzuschlagen und sieht in den örtlichen Wäldern noch Steigerungspotential. Obschon der Kleinprivatwald aus vielfältigen Gründen ein schwieriges Aufgabenfeld sei, sieht er auch hier weitere zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten, die es in enger Zusammenarbeit mit Landesforsten zu verwirklichen gelte. Insgesamt sei das Marktumfeld für den Waldbesitz derzeit äußert günstig. Dies sei eine Chance, gleichzeitig aber auch eine Verpflichtung gegenüber seinen Marktpartnern.

Im Mittelpunkt des öffentlichen Teiles der Mitgliederversammlung stand ein Vortrag von MinRat Hubertus Mauerhof aus Mainz mit dem Thema Holz – Der Zukunftsrohstoff.
Mauerhof stellte dar, dass mit der Prägung des Nachhaltigkeitsbegriffes vor 300 Jahren aus Sorge um die Erhaltung der Wälder eine Erfolgsgeschichte entstanden sei, in deren Entwicklung heute der multifunktionale Wald allen gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht werde. Weiter führte er anhand statistischer Auswertungen aus, in welchem Umfang die Holznutzung in der jüngeren Vergangenheit bis in die aktuelle Zeit zugenommen hat. Dies gilt für die stoffliche, wie für die energetische Holznutzung. Rückläufig ist einzig die Laubschnittholzproduktion. Da hier durch Waldumbaumaßnahmen zukünftig noch größere Nutzungsmengen zu erwarten seien, gelte es durch innovative Holzprodukte auch für Laubholz bessere Verwendungsmöglichkeiten zu schaffen. Insgesamt ist das Rohholzpotential natürlich begrenzt und die Mobilisierung der vorhandenen Reserven daher angesagter denn je. Da diese vor allem im Privatwald liegen sieht Mauerhof mehrere Akteure in der Pflicht. Zuvörderst den Waldbesitzer, der sein Eigentümerinteresse wahrnimmt, die forstlichen Zusammenschlüsse, die ihre Mitglieder beraten und fortbilden, Fachkräfte beschäftigen und eigenständig Bewirtschaftungsaufgaben (besonders in der Holzvermarktung) übernehmen, Landesforsten in der Beratung und Betreuung, der Hilfe bei der Überwindung von Strukturnachteilen sowie der Förderung der Wertschöpfung entlang der gesamten Forst-Holz-Kette und die Gemeinden, die die Waldbewirtschaftung auf ihrem Gemeindegebiet fördern, Flurbereinigungen unterstützen, für bedarfsgerechte Erschließung sorgen und selbst mit Holz bauen. Viele zukunftsweisende Holzbauprojekte weisen hier die Richtung.

Unter diesen Vorzeichen sieht Mauerhof den Waldbauverein Altenkirchen gut aufgestellt und ermuntert dazu, den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten.

Artikel Rhein-Zeitung (pdf)

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